17 Feb. 2026 Digital souverän?
Erst vor wenigen Tagen kündigte Frankreich an, Anwendungen wie Zoom oder Microsoft Teams aus der staatlichen Nutzung zu verbannen; stattdessen sollen quelloffene, europäische Tools Einzug halten. Wer heute digital arbeitet, landet nämlich früher oder später bei US‑Tools – Cloud, Mail, Office, Projektmanagement, Streaming, KI & Co. Bequem ist das allemal, aber es macht uns in Europa ziemlich abhängig: von fremden Datenschutzregeln, von US‑Überwachungsgesetzen und von ein paar wenigen Konzernen, die Preise, Funktionen und Zugänge bestimmen.
Gleichzeitig gibt es hier in Europa immer mehr Anbieter, Initiativen und Projekte, die genau daran etwas ändern wollen – von europäischen Clouds und Kollaborations‑Tools bis hin zu Alternativen im KI‑Bereich.* Die Europäische Union stärkt ihre digitale Souveränität durch ein Maßnahmenpaket, das Abhängigkeiten von nicht-europäischen Technologieriesen reduziert und eigene Infrastrukturen fördert. Zentrale Elemente sind Investitionen in KI-Gigafactories (ca. 20 Mrd. Euro), Halbleiterproduktion, Cloud-Lösungen sowie der „Digital Services Act“ (DSA) und „Digital Markets Act“ (DMA). Im März will die EU nun ein umfassendes Gesetzespaket für mehr digitale Unabhängigkeit vorlegen. Es soll Europas Abhängigkeit von ausländischer Technologie in Schlüsselbereichen wie KI, Halbleitern und Cloud beenden.
Hinter oben genannten Stichworten wie „digitale Souveränität“ oder Projekten wie z. B. Gaia‑X steckt also im Kern eine einfache Frage: Wollen wir wirklich, dass mit Nutzung der großen Plattformen aus Übersee unsere wichtigsten Daten und Prozesse dauerhaft weit weg von unseren eigenen Regeln und Werten liegen? „Persönliche digitale Souveränität“ bedeutet nämlich, den eigenen digitalen Fußabdruck selbstbestimmt zu kontrollieren, Datenhoheit zu wahren und unabhängig von großen Tech-Konzernen zu agieren.
Welche europäischen Alternativen gibt es also zu bekannten US‑Produkten – und wo sind sie heute schon eine echte Option? Was können wir selbst tun? Es geht hierbei nicht darum, Amerika zu boykottieren, sondern konkrete Möglichkeiten zu zeigen, Schritt für Schritt unabhängiger zu werden, rechtliche Stolperfallen zu vermeiden und Wege aufzuzeigen, wie gleichzeitig spannende Lösungen „made in Europe“ unterstützen werden können. Folgende Plattformen bieten einen Startpunkt für eigene Recherchen:
- Go European: Discover European products and services
- European Alternatives: Europäische Alternativen für digitale Produkte
- EU Alternative: Discover European Software Alternatives
- Chip-Artikel: EU Alternativen
- z. B. Wire: Eine von mehreren Zoom-Alternativen
- z. B. NextCloud: selbstgehostete Kollaborationslösung
* vivia beispielsweise vertraut seit jeher beim Hosting seiner Kunden-Websites auf Provider mit Rechenzentren in Deutschland, was nicht nur Souveränität, sondern auch eine 100%ige DSGVO-Konformität gewährleistet. Gleichzeitig testen wir successive europäische Anwendungen auf Nutzbarkeit und ihr Potenzial, US-amerikanische oder bspw. auch chinesische Anbieter abzulösen.
